Leistung macht Schule (LemaS) – auch bei uns

Was ist LemaS?

„Leistung macht Schule“ (Akronym: LemaS) bezeichnet das Entwicklungs- und Forschungsprojekt sowie eine Bund-Länder-Initiative zur Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler, die im Jahr 2018 gestartet ist. LemaS ist ein auf insgesamt zehn Jahre angelegtes Projekt, das sich auf zwei fünfjährige Förderphasen aufteilt.

Die Umsetzung der ersten Förderphase (2018–2022) erfolgt durch einen interdisziplinären, vom BMBF finanzierten Forschungsverbund, der sich aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von 16 Hochschulen aus ganz Deutschland zusammensetzt. Dieser Forschungsverbund arbeitet in zwei Kernmodulen mit insgesamt 22 Teilprojekten mit bundesweit 300 Schulen aus dem Primar- und Sekundarbereich zusammen.

Ziel des Verbundprojekts ist die verbesserte Identifikation und Förderung leistungsstarker und potenziell leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler, die mithilfe von Konzeptionen, Erprobungen und Evaluationen von Maßnahmen, Strategien und Produkten für Schule und Unterricht umgesetzt werden kann (siehe https://www.lemas-forschung.de/forschungsverbund/ziele).

Das LemaS-Projekt kann die Rolle als ein „Vorreiter im Bereich der bundesweiten Schul- und Unterrichtsentwicklung“ (Weigand, 2020, S. 13) spielen.

Kurzvideo: https://vimeo.com/543508984

Was verstehen wir unter „Leistung“ und „Begabung“?

Der LemaS-Forschungsverbund hat dem Projekt „einen mehrdimensionalen, entwicklungsbezogenen Begabungs- und Leistungsbegriff zugrunde gelegt, der auch mit den beteiligten Schulen diskutiert sowie mit Bund und Ländern abgestimmt wurde.

Demnach wird Leistung einerseits als schulbezogene Leistung betrachtet, die andererseits auch die Persönlichkeitsentwicklung, den Lebenskontext und die gesellschaftliche Verantwortung einbezieht.“ (ebd.)

Unter Begabung werden allgemein die Leistungspotenziale insgesamt bezeichnet. „Spezieller ist mit Begabung der jeweils individuelle Entwicklungsstand der leistungsbezogenen Potenziale gemeint, also jener Voraussetzungen, die bei entsprechender Disposition und langfristiger systematischer Anregung, Begleitung und Förderung das Individuum in die Lage versetzen, sinnorientiert und verantwortungsvoll zu handeln und auf Gebieten, die in der jeweiligen Kultur als wertvoll erachtet werden, anspruchsvolle Tätigkeiten auszuführen“ (iPEGE, 2009, S. 17).

Die Mehrdimensionalität des Leistungs- und Begabungsverständnisses bezieht sich auf verschiedene inhaltliche Fähigkeitspotenziale, zugleich auf allgemeine Persönlichkeitspotenziale, sie schließt ebenso die Dynamik der diesbezüglichen Lernprozesse auf verschiedenen Ebenen (Personal-, Institutions- und Systemebene) sowie die sich wechselseitig beeinflussende Entwicklung von person- und gemeinwohlorientierter Performanz ein.

Was ist das Teilprojekt 8?

Das Teilprojekt 8 widmet sich der Entwicklung adaptiver Konzepte für eine diagnosebasierte individuelle Förderung leistungsstarker und potenziell leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler im Mathematikunterricht.

Kurzvideo: https://youtu.be/7NeDILJVBM8
(Hinweis: Das Video kann als MP4-Datei auch per Mail bei Fr. Schreiber angefordert werden schreiber@uni-muenster.de)

Was sind offene substanzielle mathematische Aufgaben?

Offene substanzielle mathematische Aufgaben sind eine Umsetzungsmöglichkeit der natürlichen Differenzierung, also einer „Differenzierung vom Kind aus“, im Mathematikunterricht. Die komplexen und inhaltsreichen Aufgaben (demgemäß oft auch als „Aufgabenfelder“ bezeichnet) sind so konstruiert, dass sie bei Vorgabe oder gemeinsamer Bestimmung eines einheitlichen Lernthemas alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler zu produktiv-herausfordernden Aktivitäten anregen. Demgemäß kann jede Schülerin bzw. jeder Schüler entsprechend ihren bzw. seinen Voraussetzungen an den Lösungsfindungsprozessen mitwirken und hat dabei Chancen, Aufgaben erfolgreich zu bearbeiten. Offene substanzielle mathematische Aufgaben sind deshalb für eine individuelle und differenzierte mathematische Förderung von Kindern mit unterschiedlichen Begabungspotenzialen im Sinne einer inklusiven Pädagogik sehr gut geeignet. Sie bieten den Schülerinnen und Schülern eine Offenheit bzgl.

  • vielfältiger Lösungsideen und Vorgehensweisen,
  • der Kreativität und der Vielfalt möglicher Entdeckungen,
  • der Wahl von Hilfsmitteln und Lösungswegen sowie
  • der Dokumentation, Ergebnispräsentation und der Kommunikation (Käpnick & Benölken, 2020).

Zahlreiche erprobte Lernumgebungen für offene substanzielle mathematische Aufgaben findet man z.B. in der angegebenen Literatur. (siehe https://www.lemas-forschung.de/glossar)

Bilder

Unter folgendem Link finden Sie Bilder und Logos, die auf der Schulhomepage hochgeladen werden können:

https://uni-muenster.sciebo.de/s/NGS93tmLS3O4iTe
Passwort: LemaSTP8

Weitere Ideen für Bausteine:

  • Abbildungen von Eigenproduktionen von Schülerinnen und Schülern
  • Beschreibung schulintern entwickelter Konzepte, die im Rahmen von LemaS erprobt werden bzw. umgesetzt wurden (z.B. Forscherstunden, Mathe-Tag, Schülerlabor, Einsatz von Fragebögen u.a.)
  • Vorstellung der LemaS-Beauftragten der Schule (z.B. mit Steckbrief oder Kurzinterview o.Ä.)
  • Interviewausschnitte von Interviews mit Schülerinnen und Schülern zu den umgesetzten LemaS-Konzepten an der Schule

Quellen:

Bund-Länder-Initiative-Lemas: Forschungsseite. Abrufbar unter: https://www.lemas-forschung.de/ (Zugriff erfolgt am 27.04.2021)

iPEGE (Hrsg.) (2009): Professionelle Begabtenförderung. Empfehlungen zur Qualifizierung von Fachkräften in der Begabtenförderung. Salzburg: ÖZBF.

Käpnick, F. & Benölken, R. (2020): Mathematiklernen in der Grundschule (2. Auflage; Bd. der Reihe „Mathematik Primarstufe und Sekundarstufe I + II“, hrsg. von F. Padberg). Berlin, Heidelberg: Springer-Spektrum.

Käpnick, F. (2001): Mathe für kleine Asse (Handbuch für die Förderung mathematisch interessierter und begabter Dritt- und Viertklässler). Berlin: Volk und Wissen.

Käpnick, F. (Hrsg.) & Fuchs, M. (2004): Mathe für kleine Asse (Handbuch für die Förderung mathematisch interessierter und begabter Erst- und Zweitklässler). Berlin: Volk und Wissen & Cornelsen.

Käpnick, F. (Hrsg.), Fritzlar, T. & Rodeck, K. (2006): Mathe für kleine Asse (Handbuch für die Förderung mathematisch interessierter und begabter Fünft- und Sechstklässler). Berlin: Cornelsen.

Käpnick, F. (Hrsg.) & Fuchs, M. (2009): Mathe für kleine Asse (Empfehlungen zur Förderung mathematisch interessierter und begabter Dritt- und Viertklässler); Bd. 2. Berlin: Cornelsen.

Weigand, G., Fischer, C., Käpnick, F., Perleth, C., Preckel, F., Vock, M., Wollersheim, H.-W. (Hrsg.) (2020): Leistung macht Schule. Förderung leistungsstarker und potenziell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler. Weinheim: Beltz.

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